Die Themenfelder sind aus den bisherigen Diskussionen innerhalb des Bundesforums Familie entstanden. Welche Aspekte sind Ihnen wichtig? Sie sind in unserem Forum zum Mitdiskutieren herzlich eingeladen!
Elementare Werte sind im Grundgesetz, in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und im Dekalog festgehalten und werden aus der freiheitlichdemokratischen Tradition abgeleitet. Die Aneignung von Werten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die passender Rahmenbedingungen bedarf. Denn mangelnde Ressourcen sind nicht durch Wertevermittlung zu ersetzen.
1. Themenfeld: Kinder sind Träger eigener Rechte
Die Würde des Kindes ist unantastbar: Kinderrechte sind unteilbar und gelten für alle Kinder, die in Deutschland leben, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, ihrem sozialen oder rechtlichen Status. Im ersten Paragraphen des Sozialgesetzbuchs VIII (SGB VIII) heisst es: Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. (§ 1 Satz 1 SGB VIII). Dieses Themenfeld behandelt die Wahrnehmung des Kindes und die daraus entstehende Gestaltung des Aufwachsens in privater und öffentlicher Verantwortung.
2. Themenfeld: Um welche Werte geht es?
Es gibt Werte, die für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft nicht zur Disposition stehen. Dazu gehören u.a. Solidarität, Verantwortung, Respekt und Wertschätzung der Person. Werte sind Orientierung, sowohl für die eigene Lebensgestaltung als auch für das Selbstverständnis einer Gesellschaft im Gesamten. Sie sind Bestandteil eines kulturübergreifenden Dialogs, der alle gesellschaftlichen Gruppen einbezieht. Wie viel Gemeinsamkeit ist nötig? Wie viel Unterschiedlichkeit besteht tatsächlich und wie viel ist möglich?
3. Themenfeld: Konflikte und Ambivalenzen
Wertekonflikte und Ambivalenzen, die - oft durch Missverständnisse - im Umgang mit Erwachsenen unterschiedlicher Herkunft sowie mit Kinder entstehen, können zu Spannungen innerhalb der Familie führen. Sei es zwischen Eltern und Großeltern oder zwischen der Familie und Fachkräften wie Tagespflegepersonen oder Erzieherinnen. Ein Kind muss viele Widersprüche aushalten. Es gehört zum Prozess der Identitätsentwicklung, dass Auseinandersetzungen stattfinden und Standpunkte und Grenzen neu ausgehandelt werden. Und Eltern und Fachkräfte? Gilt es nicht auch für sie, ihre Wertehaltung zu reflektieren und der Situation entsprechend neu auszuhandeln? Wie ist das zu gewährleisten?
4. Themenfeld: Werte erlebbar machen heißt Vorbild sein
Kinder lernen an Vorbildern - von dem, was ihnen vorgelebt wird und dem, was ihnen widerfährt. Eltern und andere Bezugspersonen von Kindern sind die ersten Erwachsenen, von denen Kinder Werthaltungen lernen. Das Bundesforum Familie möchte mit seinem Projekt dazu beitragen, dass Eltern und andere Bezugspersonen über die eigenen Wertehaltungen und ihren Ausdruck im jeweiligen Lebensumfeld nachdenken und ihre Vorbildfunktion bewusst einnehmen. Dazu brauchen sie Unterstützung.
5. Themenfeld: Kinder brauchen mehr als Werte
Wenn wir Kindern mit Respekt und Achtung begegnen, nehmen wir ihre Wünsche und Bedürfnisse wahr. Es ist Aufgabe nicht nur der an der Erziehung beteiligten Personen, sondern der gesamten Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass Kinder das bekommen, was sie brauchen. Kinder brauchen nicht nur Werte, sondern auch: Familie, Freundschaft, Liebe, Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit, Chancengerechtigkeit und Teilhabegerechtigkeit, Solidarität und Hilfe, Sicherheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung.
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